Die Put-Option stellt nun das Gegenstück zum Call dar. Auch hier sei gesagt, dass ich lediglich versuche, dieses Themengebiet anhand von Beispielen, leicht verständlich zu erklären.

Definition:

Mit einer Put-Option erwirbt der Käufer das Recht aber nicht die Pflicht, das Underlying (z.B. eine Aktie, Goldfuture, einen ETF, usw.) innerhalb eines
festgelegtem Zeitraums (amerikanische Option) oder zu einem bestimmten Zeitpunkt (europäische Option) und zu einem bestimmten Preises (Strike) zu verkaufen.

Der Verkäufer (Stillhalter) hat die Pflicht zur Abnahme des Basiswertes. Für diese Absicherung, zahlt der Käufer dem Stillhalter die Optionsprämie.

…Käufer einer Put-Option:

Marktteilnehmer die eine Put-Option kaufen, gehen eher von fallenden Preisen des Basiswertes (z.B. 3D SystemsDD 82,76 -0,25 -0,30% aus. Die Put-Option stellt an dieser Stelle eine Art Absicherung gegen stark fallende Kurse dar.

Put-Option-DDD

Put-Option

 

Beispiel:

Herr Müller hat in seinem Depot 100 Aktien von 3D SystemsDD 82,76 -0,25 -0,30%, die dieses Jahr bereits sehr gut gelaufen ist. Er möchte allerdings das Papier nicht direkt verkaufen, denn sie könnte durchaus weiter steigen. Er entschließt sich also eine Put-Option zu kaufen, um seine Aktienposition nach unten abzusichern.  Seine persönliche „Schmerzgrenze“ liegt bei ca. 14$. Ab diesem Preis möchte er nicht mehr in diesem Wert investiert sein. Er ordert bei seinem Broker also eine Put-Option mit einem Strike bei 16$ und zahlt dafür eine Prämie von 2$ je Aktie.  Jetzt werden sich einige fragen, warum er einen Strike bei 16$ wählt, wenn seine Grenze doch bei 14$ liegt.

Seine Rechnung:

14$ x 100 Aktien = 1400$   (untere Grenze für seine Aktienposition)
   2$ x 100 Aktien =    200$   (Optionsprämie, die er zahlen muss)
Summe                           1600$

Da er im Vorfeld 200$ Prämie für diese Absicherung gezahlt hat, muss er diese jetzt natürlich auch mit einberechnen. Der sog. BREAK-EVEN-Point stimmt also genau mit seinem geplanten Verkaufskurs für die Aktien überein.
Im oberen Diagramm ist schön zu sehen, sollte 3D SystemsDD 82,76 -0,25 -0,30% bei Kurs unterhalb von 14$ notieren, hat er die eingesetzte Optionsprämie verdient und zusätzlich steigt der Wert der Put-Option weiter an. Sollte es dennoch anders als geplant laufen, verliert er maximal 200$ Optionsprämie und behält weiterhin seine Aktienposition. Sein maximaler Verlust beträgt also 200$.

…Verkäufer (Stillhalter) einer Put-Option:

Für Verkäufer einer Put-Option ist es wichtig, dass der Kurs des Basiswertes am Verfallstag oberhalb des Strikes liegt. Ihm ist es dabei egal, ob der Kurs davor gefallen, seitwärts gelaufen oder gestiegen ist.

Put auf DDD

P/L Diagramm Short Put

Beispiel:

Auch Herr Schmidt möchte das Thema Put-Option einmal genauer betrachten. Er stellt sich allerdings auf die andere Seite des „Ladentischs“ und verkauft, etwa zur selben Zeit wie Herr Müller, einen Put auf 3D SystemsDD 82,76 -0,25 -0,30%, mit einem Strike bei 11$. Er geht also davon aus dass der Kurs der Aktie, zum Laufzeitende der Put-Option, NICHT unter 11$ liegt. Auch er ist natürlich daran interessiert, wie viel er verlieren und wie viel Gewinn er erzielen kann.

Seine Rechnung:

11$ x 100 Aktien =  1100$ (Wert der 100 Aktien am Strike)
   2$ x 100 Aktien =   -200$ (eingenommene Prämie)

Summe                               900$

900$ / 100 Aktien = 9$

Sein BREAK-EVEN-Point für seine Put-Option liegt also bei 9$. Denn er müsste, bei Ausübung der Option, die Aktie zu 11$ kaufen, hat aber vorher ja 2$ Prämie je Aktie eingenommen. Sein theoretisches Risiko, bei Ausübung der Option liegt bei  900$. Denn sollte die Aktie auf 0$ fallen, hat er 1100$ für die Aktien bezahlt aber 200$ Prämie eingenommen. Auf der anderen Seite ist sein maximal zu erwartender Gewinn, die Optionsprämie von 200$.