broker new yorkDer Broker

Jeder der an den Finanzmärkten aktiv sein möchte, braucht einen sog. Broker der seine Aufträge an die Börsen weiterleitet. Aber gehandelt wird nicht nur über die Börsenplätze dieser Welt, sondern auch OTC (Over the Counter) oder am Interbankenmarkt. Die Auswahl des richtigen Brokers geht aber noch weiter: Welche Produkte möchte ich handeln, möchte ich meine Wertpapiergeschäft einfach über die Brokerageabteilung meiner Hausbank abwickeln, welche Rolle spielen die Kosten???

Es wird also schnell klar, dass man sich vorher selber einige Fragen beantworten muss.

Was macht Broker überhaupt?

Per Definition ist ein Broker  ein Vermittler zwischen zwei Handelspartnern. Er versucht also zwei Parteien an einen Tisch zu bringen, um ihnen den Handel miteinander zu ermöglichen und erhält im Gegenzug dafür eine Provision.  Da er hauptsächliche die Aufträge seiner Kunden einfach „nur“ an die Börse weiterleitet, sollten also auch keine Interessenkonflikte entstehen.

Allerdings sind die Interessen der Brokerhäuser sehr unterschiedlich. Aufgrund der angebotenen Produkte, Dienstleistungen oder Handelsplätze können sich durchaus unterschiedliche "Ansichten" ergeben....

Bank oder reiner Broker

Als erstes stellte sich mir die Frage, ob ich über meine klassische Bank und deren Depot handle oder ein reines Handelskonto eröffne. Hierfür waren zwei Punkte ausschlaggebend: die Kosten und handelbaren Instrumente.

Kosten:

Da Banken im Allgemeinen mehr Dienstleistungen wie Tagesgeld-, Giro- oder Visakonto zusätzlich zum Depot anbieten, sind deren Handelspreise oft auch um ein vielfaches höher als  bei einem reinen Broker. Doch beim Faktor Kosten kommt es in erster Linie auf die Handelsfrequenz an, also wie oft man Käufe bzw. Verkäufe in einer bestimmten Zeit tätigt. Denn die Kostenersparnis bei einer Transaktion pro Jahr ist doch relativ gering.  Aus diesem Grund sollte man den zusätzlich Aufwand gegen die geringeren Kosten abwägen.

handelbare Instrumente:

Als ich meine Handelsausrichtung um den Optionshandel erweiterte, stieß ich mit meinem normalen Aktiendepot meiner Onlinebank schnell an meine Grenzen. Denn den "direkten" Zugang zu den Terminbörsen wie EUREX, CME oder CBOT wurden einfach nicht angeboten. Auch Zugänge zu ausländischen Börsen oder dem Interbankenmarkt (Devisen) waren nicht auswählbar.

Banken bieten dank ihrer Bankenlizenz eine Art "Komplettpaket" an, in dem Kursdaten, Börsenfees und verschiedene Konten in den Gebühren enthalten sind. Dem gegenüber muss ich bei meinem aktuellen Broker alles einzeln buchen. So kosten Realtime-Daten und Gebühren pro Börsenplatz immer extra Gebühren pro Monat und das Verrechnungskonto liegt dann bei einer der Großbanken.

Market Maker, ECN, STB....bitte was??

Broker ist nicht gleich Broker! Gerade bei der Ausführung bzw. Weiterleitung der Aufträge an den Markt gibt es wesentliche Unterschiede. Gerade im Bereich CFDs und Forex sollte man genau prüfen, was im Kleingedruckten steht. Hier wird dem Kunden viel Erfolg versprochen, doch wenn man sich dann etwas genauer ansieht wie die eigenen Orders weitergegeben werden, dürfte schnell klar werden, dass auf lange Sicht der Vorteil bei der Brokeragefirma liegt.

Der Market Maker....

stellt laut Definition regelmäßig die Gegenpartei dar, um einen kontinuierlich Handel zu gewährleisten. So handelt man gerade auf dem Gebiet der Differenzkontrakte nur innerhalb des Systems des Market Makers. Da dieser jedoch die Gegenseite des Handels darstellt, verliert er, sollte der Kunde gewinnen. Dagegen sichert er sich mittels Hedging ab. Es wird also schnell klar, dass es hier doch zu Interessenkonflikten kommen kann.

Der ECN-Broker...

leitet die Kundenaufträge direkt an den Interbankenmarkt weiter. Somit steigt die Anzahl der möglichen Handelspartner, im Gegensatz zum Market Maker um ein vielfaches. Zusätzlich dazu sind hier die Orderbücher einsehbar, was den Handel äußerst transparent macht. Diesen Service lässt sich der Broker über Kommissionen natürlich bezahlen.

ECN = Electronic Communication Network

Der STP-Broker...

leitet die Orders zwar auch direkt weiter, allerdings an einen sog. Liquiditätsgeber(meist Banken), der dann seinerseits die Order am Interbankenmarkt ausführt. Broker gehen diesen "Umweg" meist aus Kostengrünenden.

STP = Straight Through Processing

 

Die Qual der Wahl

Hier möchte ich noch einmal die wichtigsten Punkte auflisten, die bei der Wahl des richtigen Brokers bzw. Depotbank ausschlaggebende sein könnten:

  • handelbare Instrumente/Märkte
    Aktien, ETFs, Devisen, Futures, Optionen, CFDs, etc.
  • Trading oder langfristiges Anlegen und investieren
    brauche im Realtimekurse für den kurzfristigen Handel, möchte ich Sparpläne nutzen, etc.
  • Sprache
    Englisch oder Deutsch, US- oder deutscher Broker, macht es mir nichts aus, dass die Hotline nur auf English arbeitet
  • Einlagensicherung
    eines der wichtigsten Themen: was wird im Ernstfall aus meinem Geld?
  • Kosten
    gerade bei kleineren Konten ein sehr wichtiger Punkt
    Hier im Beispiel Orderprovisionen für US_Aktien bei einem Broker und zwei Onlinebanken (o.l. Interactive Brokers, u.m. ING-DiBa, u.r. Comdirect)

    Kostenvergleich_BankvsBroker


Meine persönlichen Favoriten 

 

  • professioneller US-Broker für den aktiven Handel
  • deutschsprachiger Support
  • sehr günstige Konditionen (1$/Order auf US-Aktien)
  • Anbindung professioneller Handelssoftware möglich (per API-Schnittstelle)
  • Direct Market Access zu vielen Handelsplätzen (XETRA, Nasdaq, CME, etc.) 
  • dadurch viel handelbare Produkte (Optionen, Futures, Aktien, ETFs, CFDs, Forex, etc.)
  • sehr gut entwickelte Tradingplattform (TWS)
  • deutsche Partner: Lynx & Captrader (geringere Einlage/leicht höhere Gebühren)
  • negativ: nur für prof. Handel gedacht, Mindesteinlage 10.000€
  • klassisches Aktiendepot für langfristige Investments
  • riesiges Angebot an Wertpapiersparplänen (Aktien & ETFs)
  • kostenlose Konten incl. Kreditkarten
  • EUREX-Konto (Futures & Optionen)
  • sehr netter und kompetenter Service
  • negativ: relativ hohe Ordergebühren
  • Onlinebroker für CFD und Forex
  • vielfältiges Angebot an Forex und CFDs
  • kleine Kontrakte handelbar
  • sehr faires Pricing 
  • Anbindung professioneller Handelssoftware möglich
  • negativ: CFDs nur auf Indizes und einige Rohstoffe